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Schafabzug Gemmi-Leukerbad

800 Schafe in der fast senkrechten Gemmiwand

Sonntagmorgen im September. 9:00 Uhr. Gemmipass. Höhe über N.N.: 2350 Meter. Wolkenfetzen auf der Flucht - die Sonne gewinnt spürbar die Oberhand, zerreißt den Dunst. Auf der Haut angenehme Sonnenwärme. Auch die Wolken sind noch zu spüren. Aber sie schaffen es nicht mehr, das klamme Gefühl der Kälte unter die Kleidung zu drücken. Glockengeläut. Ein Mäh aus den Nebelschwaden, die Antwort - Mäh - von irgendwo aus dem Dunst. Gleich geht er los: der Schafabzug vom Gemmipass in das gut 900 Meter tiefer liegende Leukerbad.

Schnell ins Tal
Weitere BilderDie Schafe auf dem Gemmiweg
Die Schafe auf dem Gemmiweg Bildrechte: in Reisefotografie
Die letzten Serpentinen des Gemmiweges
Die letzten Serpentinen des Gemmiweges Bildrechte: in Reisefotografie

Die Nachricht trifft ein, dass sieben der gut 800 Schafe vermisst sind. Einer der Schäfer hat sich samt Hund noch einmal auf den Weg gemacht, die verlorenen Schafe zu suchen. Die anderen Schafe sind schon am Vortag zusammen getrieben worden. Seit Juni dürfen sie sich im weitläufigen Gebiet des Gemmipasses frei bewegen. Doch jetzt wollen alle nach Hause, zurück ins Tal. Durch Leukerbad nach Leuk.

Zeit, noch einen Blick auf die Bergwelt rund herum zu wagen: Neben dem Bergrestaurant ragt eine Plattform 10 Meter weit über den 900 Meter tiefen Abgrund. Beim Blick nach unten stockt kurz der Atem. Nur ein Eisengitter trennt die Schuhsohlen vom Nichts. Die Viertausender des Wallis grüßen vom anderen Ende des Panoramas: Täschhorn, Dufourspitze, Weisshorn, Matterhorn, Ober Gabelhorn und Dent Blanche tragen schon frisches Weiß und funkeln verheißungsvoll herüber.
Der Blick nach unten: Die Thermen des Badeortes Leukerbad 900 Meter tiefer liegen noch im Schatten der Berge. Neben mir ragt die Spitze des Daubenhorns 300 Meter in den blauen Himmel. Der Gemmiweg, der beide verbindet, liegt jedoch immer noch vom Nebel verhüllt irgendwo im Nichts. Kaum vorstellbar, dass dort irgendwo ein Weg nach unten führen soll. Zu schroff sind die Felsen, zu steil – fast senkrecht – der Abgrund der Gemmiwand. Unruhe.

Doch das Blöken der Schafe und das Glockengeläut sind noch da. Undefinierbar und doch allgegenwärtig. Irgendwo aus den grauen Schleiern über dem Abgrund. Mark Twain hat es doch auch geschafft. Ende des 19. Jahrhunderts vor nahezu 150 Jahren. Er schildert im Buch "Bummel durch Europa" seinen Abstieg so: „Wir begannen jetzt unseren Abstieg auf dem merkwürdigsten Wege, den ich je gesehen habe. Er wand sich in Korkenzieherkurven an der Stirnwand des ungeheuren Steilhanges hinab - ein enger Pfad, auf dem man an dem einen Ellenbogen stets die massive Felswand und an dem anderen stets das senkrechte Nichts hatte.“
Hier, auf dem Gemmiweg hat sich nicht viel geändert. Nur an den steilsten Stellen des oberen Teiles hat man einige Stufen aus Beton eingebaut. Zum Glück. Sind keine Stufen da, melden Oberschenkel und Knie direkt die Anstrengung des steilen Abstiegs zurück. Dann die ersten Schafe: Sie haben schon ein Stück des Weges zurückgelegt, rasten auf einem Absatz zwischen Himmel und Erde. Ein kleiner Streifen grünes Gras. Zutraulich kommen sie her, lecken den salzigen Schweiß von der Hand. Doch der Schäfer schickt mich weiter: Ich soll vor den Schafen den Gemmiweg hinunter laufen - fremde Menschen von hinten könnten die Schafe ängstigen und eine Panik auslösen. Er will nicht, dass Unfälle passieren. Seine Sorge gilt eindeutig den Schafen.

 

Der Weg schlängelt sich den Berg hinunter, ganz so wie Mark Twain es beschrieben hat. Auf der einen Seite die Felswand, auf der anderen Seite der Abhang. Das allgegenwärtige Geläut der Schafsglocken wird leiser. Die Sonne hat mittlerweile alle Nebelschwaden vertrieben. Unten im Tal liegt Leukerbad im Sonnenlicht. Über mir am Himmel die Kabinen der Gemmibahn und die Silhouette des Bartgeiers, der bewegungslos seine Kreise zieht. Kein Wanderer kommt den steilen Weg von unten hoch gestiegen. An diesem Morgen ist er für Berggänger gesperrt. So schmal sind die Serpentinen am Steilhang, zu groß die Gefahr, dass die Schafe beim Abtrieb ein Steinchen ins Rollen bringen, was sich fatal auf die tiefer gehenden Wanderer auswirken könnte. Und dann noch die Frage: “Was, wenn 800 Schafe auf diesem schmalen Weg auf eine Wandergruppe treffen?“
Die Antwort folgt auf halber Höhe. Das Blöken wird lauter: Mäh und Bäh schalt es von oben zu mir herab. Die Glocken werden jetzt sehr laut. Zwei Schäfer und die Hunde sind schon zu sehen. Und dann die Schafe. Haben die ein Tempo drauf!

Ich bin instruiert, weiß, was ich zu tun habe. Ruhig stelle ich mich an die Seite, lasse die Schafe vorbei. Huf an Huf belegen sie das bisschen Breite, das der Gemmiweg hergibt. Rennen den Berg hinunter, hintereinander, miteinander, übereinander. Große und kleine Schafe, schwarze und weiße, mit und ohne Hörner. Waliser Schwarznasen, Alpenschafe, Suffolkschafe. Alle rennen an mir vorbei. Alle schreien laut „Mäh“. Und nie gleicht ein Mäh dem anderen. Alle Tonhöhen sind dabei. Von dunkel bis ganz hell. Mal laut, mal lauter. Mal ein langes „Määäähhh“, mal ein kurzes „Mä“. Die Glocken an ihren Hälsen schwingen wild hin und her. Ein Schafsglockenkonzert. Dazwischen treiben die Schäfer mit Ihren lauten „Hopp“ und „Heh“ Rufen die Herde voran.

Ein kleines Wollschaf will die Serpentine nicht gehen, kürzt einfach ab und rennt quer den steilen Hang hinunter. Muss langsam machen, weil der Weg endet. Gleich wird es umdrehen und den Berg wieder hoch laufen. Nein. Mit einem Satz springt es herunter auf den tiefer liegenden Weg – mitten in die anderen Schafe. Mit einem „Mäh“ quittieren diese das Tun des Neuankömmlings.

Dann ist der Tross vorbei. Oben kommen nun kleinere Gruppen von Schafen mit größeren Abständen den Weg herunter. Ich sehe nicht mehr genug an meinem Platz, nutze eine Lücke, um auch den Weg weiter hinunter zu laufen. Doch die Schafe sind schneller. Schon ist eine Gruppe hinter mir. Es blökt und bimmelt in meinem Nacken. Doch ich drehe mich nicht um. Ich will die Tiere nicht erschrecken. Sollen sie mich doch einfach überholen. Ich lasse ihnen so viel Platz, wie nur möglich. Doch es bimmelt weiter hinter mir. Sie trauen sich einfach nicht vorbei. Dann überholt plötzlich das Leitschaf dieser Gruppe, beschleunigt und prescht an mir vorbei. Die anderen hinterher.
Die nächste Gruppe hat schon aufgeschlossen. Auch sie trauen sich nicht vorbei. Vor mir hängt der Gemmiweg wieder über dem Tal, macht eine Spitzkehre zurück in die schroffe Felswand. Hier finde ich eine Ausweichmöglichkeit, ziehe mich zurück. Die Schafe rennen unbehindert weiter.

 

Von dieser Stelle überblicke ich den ganzen unteren Teil des Gemmiweges. Die letzten Schafe noch über mir, brauchen noch ein paar Korkenzieherdrehungen, bis sie an mir vorbei sind. Die Spitze des Trosses unter mir – nimmt gerade die letzte Kurve der Serpentinen. „Hopp“ dröhnt ein Schäfer. Er will runter ins Tal, hat wahrscheinlich Hunger. „Mäh“ antworten die Schafe, laufen weiter, haben auch Hunger. Nur die Hunde laufen still daneben her, wachen und beobachten alles. Bellend einzugreifen brauchen sie nicht. Alle haben das gleiche Ziel unten im Tal. Am Ende der Felswand noch ein kleines, sanft abfallendes Waldstück, dann sammeln sich alle – Schafe, Schäfer und Hunde auf einer Wiese oberhalb von Leukerbad. Zur Geräuschkulisse gesellt sich ein erstes Stück der Musikkapelle, zeigt den vielen Besuchern an, dass die Schafe jetzt da sind und in Kürze durch den Ort zum Rathaus getrieben werden. Denn natürlich wird der Alpabzug der Schafe ordentlich gefeiert.

Auch ich verlasse meinen Aussichtspunkt und mache mich auf den Weg hinunter nach Leukerbad. Im Kopf die Bilder und Geräusche des gerade erlebten Schafabzuges und mit Vorfreude auf Bratwurst, Raclette, den guten Walliser Wein und ein wenig Entspannung im angenehm warmen Thermalwasser der Leukerbad Therme – nach dem Fest.

Links

 

Der Weg schlängelt sich den Berg hinunter, ganz so wie Mark Twain es beschrieben hat. Auf der einen Seite die Felswand, auf der anderen Seite der Abhang. Das allgegenwärtige Geläut der Schafsglocken wird leiser. Die Sonne hat mittlerweile alle Nebelschwaden vertrieben. Unten im Tal liegt Leukerbad im Sonnenlicht. Über mir am Himmel die Kabinen der Gemmibahn und die Silhouette des Bartgeiers, der bewegungslos seine Kreise zieht. Kein Wanderer kommt den steilen Weg von unten hoch gestiegen. An diesem Morgen ist er für Berggänger gesperrt. So schmal sind die Serpentinen am Steilhang, zu groß die Gefahr, dass die Schafe beim Abtrieb ein Steinchen ins Rollen bringen, was sich fatal auf die tiefer gehenden Wanderer auswirken könnte. Und dann noch die Frage: “Was, wenn 800 Schafe auf diesem schmalen Weg auf eine Wandergruppe treffen?“
Die Antwort folgt auf halber Höhe. Das Blöken wird lauter: Mäh und Bäh schalt es von oben zu mir herab. Die Glocken werden jetzt sehr laut. Zwei Schäfer und die Hunde sind schon zu sehen. Und dann die Schafe. Haben die ein Tempo drauf!

Ich bin instruiert, weiß, was ich zu tun habe. Ruhig stelle ich mich an die Seite, lasse die Schafe vorbei. Huf an Huf belegen sie das bisschen Breite, das der Gemmiweg hergibt. Rennen den Berg hinunter, hintereinander, miteinander, übereinander. Große und kleine Schafe, schwarze und weiße, mit und ohne Hörner. Waliser Schwarznasen, Alpenschafe, Suffolkschafe. Alle rennen an mir vorbei. Alle schreien laut „Mäh“. Und nie gleicht ein Mäh dem anderen. Alle Tonhöhen sind dabei. Von dunkel bis ganz hell. Mal laut, mal lauter. Mal ein langes „Määäähhh“, mal ein kurzes „Mä“. Die Glocken an ihren Hälsen schwingen wild hin und her. Ein Schafsglockenkonzert. Dazwischen treiben die Schäfer mit Ihren lauten „Hopp“ und „Heh“ Rufen die Herde voran.

Ein kleines Wollschaf will die Serpentine nicht gehen, kürzt einfach ab und rennt quer den steilen Hang hinunter. Muss langsam machen, weil der Weg endet. Gleich wird es umdrehen und den Berg wieder hoch laufen. Nein. Mit einem Satz springt es herunter auf den tiefer liegenden Weg – mitten in die anderen Schafe. Mit einem „Mäh“ quittieren diese das Tun des Neuankömmlings.

Dann ist der Tross vorbei. Oben kommen nun kleinere Gruppen von Schafen mit größeren Abständen den Weg herunter. Ich sehe nicht mehr genug an meinem Platz, nutze eine Lücke, um auch den Weg weiter hinunter zu laufen. Doch die Schafe sind schneller. Schon ist eine Gruppe hinter mir. Es blökt und bimmelt in meinem Nacken. Doch ich drehe mich nicht um. Ich will die Tiere nicht erschrecken. Sollen sie mich doch einfach überholen. Ich lasse ihnen so viel Platz, wie nur möglich. Doch es bimmelt weiter hinter mir. Sie trauen sich einfach nicht vorbei. Dann überholt plötzlich das Leitschaf dieser Gruppe, beschleunigt und prescht an mir vorbei. Die anderen hinterher.
Die nächste Gruppe hat schon aufgeschlossen. Auch sie trauen sich nicht vorbei. Vor mir hängt der Gemmiweg wieder über dem Tal, macht eine Spitzkehre zurück in die schroffe Felswand. Hier finde ich eine Ausweichmöglichkeit, ziehe mich zurück. Die Schafe rennen unbehindert weiter.

 

Von dieser Stelle überblicke ich den ganzen unteren Teil des Gemmiweges. Die letzten Schafe noch über mir, brauchen noch ein paar Korkenzieherdrehungen, bis sie an mir vorbei sind. Die Spitze des Trosses unter mir – nimmt gerade die letzte Kurve der Serpentinen. „Hopp“ dröhnt ein Schäfer. Er will runter ins Tal, hat wahrscheinlich Hunger. „Mäh“ antworten die Schafe, laufen weiter, haben auch Hunger. Nur die Hunde laufen still daneben her, wachen und beobachten alles. Bellend einzugreifen brauchen sie nicht. Alle haben das gleiche Ziel unten im Tal. Am Ende der Felswand noch ein kleines, sanft abfallendes Waldstück, dann sammeln sich alle – Schafe, Schäfer und Hunde auf einer Wiese oberhalb von Leukerbad. Zur Geräuschkulisse gesellt sich ein erstes Stück der Musikkapelle, zeigt den vielen Besuchern an, dass die Schafe jetzt da sind und in Kürze durch den Ort zum Rathaus getrieben werden. Denn natürlich wird der Alpabzug der Schafe ordentlich gefeiert.

Auch ich verlasse meinen Aussichtspunkt und mache mich auf den Weg hinunter nach Leukerbad. Im Kopf die Bilder und Geräusche des gerade erlebten Schafabzuges und mit Vorfreude auf Bratwurst, Raclette, den guten Walliser Wein und ein wenig Entspannung im angenehm warmen Thermalwasser der Leukerbad Therme – nach dem Fest.

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Der Weg schlängelt sich den Berg hinunter, ganz so wie Mark Twain es beschrieben hat. Auf der einen Seite die Felswand, auf der anderen Seite der Abhang. Das allgegenwärtige Geläut der Schafsglocken wird leiser. Die Sonne hat mittlerweile alle Nebelschwaden vertrieben. Unten im Tal liegt Leukerbad im Sonnenlicht. Über mir am Himmel die Kabinen der Gemmibahn und die Silhouette des Bartgeiers, der bewegungslos seine Kreise zieht. Kein Wanderer kommt den steilen Weg von unten hoch gestiegen. An diesem Morgen ist er für Berggänger gesperrt. So schmal sind die Serpentinen am Steilhang, zu groß die Gefahr, dass die Schafe beim Abtrieb ein Steinchen ins Rollen bringen, was sich fatal auf die tiefer gehenden Wanderer auswirken könnte. Und dann noch die Frage: “Was, wenn 800 Schafe auf diesem schmalen Weg auf eine Wandergruppe treffen?“
Die Antwort folgt auf halber Höhe. Das Blöken wird lauter: Mäh und Bäh schalt es von oben zu mir herab. Die Glocken werden jetzt sehr laut. Zwei Schäfer und die Hunde sind schon zu sehen. Und dann die Schafe. Haben die ein Tempo drauf!

Ich bin instruiert, weiß, was ich zu tun habe. Ruhig stelle ich mich an die Seite, lasse die Schafe vorbei. Huf an Huf belegen sie das bisschen Breite, das der Gemmiweg hergibt. Rennen den Berg hinunter, hintereinander, miteinander, übereinander. Große und kleine Schafe, schwarze und weiße, mit und ohne Hörner. Waliser Schwarznasen, Alpenschafe, Suffolkschafe. Alle rennen an mir vorbei. Alle schreien laut „Mäh“. Und nie gleicht ein Mäh dem anderen. Alle Tonhöhen sind dabei. Von dunkel bis ganz hell. Mal laut, mal lauter. Mal ein langes „Määäähhh“, mal ein kurzes „Mä“. Die Glocken an ihren Hälsen schwingen wild hin und her. Ein Schafsglockenkonzert. Dazwischen treiben die Schäfer mit Ihren lauten „Hopp“ und „Heh“ Rufen die Herde voran.

Ein kleines Wollschaf will die Serpentine nicht gehen, kürzt einfach ab und rennt quer den steilen Hang hinunter. Muss langsam machen, weil der Weg endet. Gleich wird es umdrehen und den Berg wieder hoch laufen. Nein. Mit einem Satz springt es herunter auf den tiefer liegenden Weg – mitten in die anderen Schafe. Mit einem „Mäh“ quittieren diese das Tun des Neuankömmlings.

Dann ist der Tross vorbei. Oben kommen nun kleinere Gruppen von Schafen mit größeren Abständen den Weg herunter. Ich sehe nicht mehr genug an meinem Platz, nutze eine Lücke, um auch den Weg weiter hinunter zu laufen. Doch die Schafe sind schneller. Schon ist eine Gruppe hinter mir. Es blökt und bimmelt in meinem Nacken. Doch ich drehe mich nicht um. Ich will die Tiere nicht erschrecken. Sollen sie mich doch einfach überholen. Ich lasse ihnen so viel Platz, wie nur möglich. Doch es bimmelt weiter hinter mir. Sie trauen sich einfach nicht vorbei. Dann überholt plötzlich das Leitschaf dieser Gruppe, beschleunigt und prescht an mir vorbei. Die anderen hinterher.
Die nächste Gruppe hat schon aufgeschlossen. Auch sie trauen sich nicht vorbei. Vor mir hängt der Gemmiweg wieder über dem Tal, macht eine Spitzkehre zurück in die schroffe Felswand. Hier finde ich eine Ausweichmöglichkeit, ziehe mich zurück. Die Schafe rennen unbehindert weiter.

Von dieser Stelle überblicke ich den ganzen unteren Teil des Gemmiweges. Die letzten Schafe noch über mir, brauchen noch ein paar Korkenzieherdrehungen, bis sie an mir vorbei sind. Die Spitze des Trosses unter mir – nimmt gerade die letzte Kurve der Serpentinen. „Hopp“ dröhnt ein Schäfer. Er will runter ins Tal, hat wahrscheinlich Hunger. „Mäh“ antworten die Schafe, laufen weiter, haben auch Hunger. Nur die Hunde laufen still daneben her, wachen und beobachten alles. Bellend einzugreifen brauchen sie nicht. Alle haben das gleiche Ziel unten im Tal. Am Ende der Felswand noch ein kleines, sanft abfallendes Waldstück, dann sammeln sich alle – Schafe, Schäfer und Hunde auf einer Wiese oberhalb von Leukerbad. Zur Geräuschkulisse gesellt sich ein erstes Stück der Musikkapelle, zeigt den vielen Besuchern an, dass die Schafe jetzt da sind und in Kürze durch den Ort zum Rathaus getrieben werden. Denn natürlich wird der Alpabzug der Schafe ordentlich gefeiert.

Auch ich verlasse meinen Aussichtspunkt und mache mich auf den Weg hinunter nach Leukerbad. Im Kopf die Bilder und Geräusche des gerade erlebten Schafabzuges und mit Vorfreude auf Bratwurst, Raclette, den guten Walliser Wein und ein wenig Entspannung im angenehm warmen Thermalwasser der Leukerbad Therme – nach dem Fest.

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Reisebericht von Hihawai, bei Hihawai.com veröffentlicht am 2014-09-17T12:58
Letzte Änderung: 31.08.2017 um 11:39 Uhr

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