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Krampusse in den Alpen

Horror in den Alpenländern: Die Krampusse kommen!

Tiefes Grunzen, laute Schellen, Furcht einflößende Fratzen und dichtes Fell. Anfang Dezember brechen in den Alpenländern finstere Gestalten ein: die Krampusse.
Krampus Morzger Pass Salzburg 2008
Weitere BilderGruselige Schale, weicher Kern – ein Krampus in St. Anton am Arlberg
Gruselige Schale, weicher Kern – ein Krampus in St. Anton am Arlberg Bildrechte: in Reisefotografie
1.000 Perchten nehmen am steirischen Perchtenlauf in Leibnitz teil
1.000 Perchten nehmen am steirischen Perchtenlauf in Leibnitz teil Bildrechte: in Reisefotografie

Mit Idylle, Ruhe und Besinnlichkeit hat ein Krampuslauf nichts zu tun. Und doch gehören sie zur Adventszeit wie die Geschenke unter der Weihnachtsbaum. Traditionell ist der 5. Dezember Krampustag, einen Tag vor dem Nikolaustag. Da ziehen kleinere Krampusgruppen mit rasselnden Ketten durch die Straßen, erschrecken Passanten und machen laut Radau.

Der Krampus (von altdeutsch Krampen = 'Kralle') ist im alpenländischen Adventsbrauchtum und auch in Ungarn und Teilen Kroatiens eine Schreckgestalt in Begleitung des Heiligen Nikolaus. Im bayerischen Voralpenraum ist der Krampus eher unter der Bezeichnung "Kramperl", im steirischen Salzkammergut unter dem Namen "Miglo" geläufig. Der Krampus ähnelt in der Funktion dem Knecht Ruprecht, es bestehen aber Unterschiede zwischen beiden Figuren, zum Beispiel treten Krampusse meist in größeren Gruppen auf. Die Gruppe aus Nikolaus, Krampus und Körbelträger (oder auch Waldmann) wird vor allem im Land Salzburg, im Tiroler Unterland und im österreichischen Salzkammergut als Pass bezeichnet.

In vielen Dörfern und Städten gibt es auch heute noch Krampusumzüge, bei denen die Krampusse unter lautem Lärm ihrer Glocken durch die Straßen ziehen um Passanten zu erschrecken. Dabei machen sie auch Gebrauch von ihren langen Ruten. Beim "Kramperltratzen" machen die Kinder der Gegend daraus eine Mutprobe, indem sie versuchen, die Krampusse zu reizen ("tratzen"), ohne "erwischt" oder geschlagen zu werden.

Krampustag ist der 5. Dezember, während das Fest des Hl. Nikolaus auf den 6. Dezember (Nikolotag) fällt; üblicherweise erscheinen aber beide Gestalten gemeinsam am Abend des 5. Dezembers.

Der Krampus ähnelt in seinem Aussehen grundsätzlich dem Teufel.
Im Normalfall wird die Figur des Krampus durch folgende Utensilien bekleidet:

  • Mantel/Hosenanzug aus Schaf- oder Ziegenfell
  • Holzmaske aus Zirben oder Lindenholz mit Ziegenbockhörnern oder Widderhörnern
  • sog. Rollen (oder auch Schellen genannt, hohle Kupfer- oder Stahlkugel mit einer oder mehreren kleinen, massiven Stahlkugeln) befestigt an einem Gürtel an Rücken/Hüfte
  • einem Rossschweif und einer Birkenrute, manchmal Kette
  • eine sog. Butte, das ist ein auf dem Rücken befestigter Behälter, in dem - der Sage nach - böse Kinder mitgenommen werden.

Heutzutage gibt es viele Krampusse, die eine Aluminium- oder Gummimaske tragen. Zudem werden statt den Rollen mancherorts auch Kuhglocken verwendet. In Niederbayern ist es üblich, dass sich der Teufel in Kartoffelsäcke kleidet.
Das laute Klingen der "Rollen" sollte die bösen Winter-Geister am 5. und 6. Dezember vertreiben. Ursprünglich ist nur der 6. Dezember als Rauhnacht gedacht. Es ist der Tag d. Hl. Nikolaus.

Termine für bekannte Krampusläufe findest du im Terminkalender

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Artikel von Hihawai, bei Hihawai.com veröffentlicht am 2006-11-21T00:15
Letzte Änderung: 19.11.2014 um 10:44 Uhr

Krampus, Perchten, Alpen, Alpenländer, Brauchtum, Kinder, Nikolaus, Ketten, Teufel,

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