Burg Neuleiningen: Geschichte, Gräfin Eva & Tipps für deinen Besuch in der Pfalz
Wie Gräfin Eva die Neuleininger Burg rettete – und warum Neuleiningen heute ein lohnendes Ziel für Entdecker ist
Fahrt auf der A6 von Saarbrücken nach Mannheim: Das Stück zwischen Kaiserslautern und Grünstadt lässt sich gut fahren. Keine Ablenkungen, nur der Pfälzer Wald links und rechts. Doch dann, nach Wattenheim, wechselt die Landschaft plötzlich. Felder dominieren das Bild, die ersten Weinberge tauchen am Horizont auf – und dann, wie aus dem Nichts, eine Burgruine, stolz und geheimnisvoll rechts der Autobahn.

Ich kann nicht anders. Der Fuß geht vom Gas, die nächste Ausfahrt wird genommen. Durch die Dörfer zurück, bis ich mein Ziel erreiche: Neuleiningen, ein Ort, der Geschichte atmet und Geschichten erzählt.
Die Burg: Ein Ort der Macht, List und des Überlebens
Die Burg Neuleiningen, um 1240 von den Grafen von Leiningen erbaut, war mehr als nur eine Festung. Zusammen mit der Battenburg auf der anderen Talseite sollte sie den Zugang zur Stammburg in Altleiningen sichern. Doch die Neuleininger Burg wurde schnell zum Zentrum der Region – nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich. Die strategische Lage auf einem Felsen am Rande des Haardt-Gebirges zog Handwerker und Händler an. 1364 erhielt Neuleiningen die Stadtrechte und entwickelte sich zur größten Festung der Pfalz.
Doch die wahre Legende der Burg ist Gräfin Eva von Leiningen. Während des Bauernkriegs 1525 stand die Burg kurz vor der Zerstörung. Die aufständischen Bauern zogen heran, bereit, alles niederzubrennen. Doch Gräfin Eva handelte klug: Statt die Tore zu verrammeln, öffnete sie sie weit und bewirtete die wütenden Männer mit Brot, Wein und guter Laune. Die Bauern, von ihrer Gastfreundschaft überrascht, vergassen ihren Zerstörungswillen – und zogen friedlich wieder ab. Die Burg war gerettet.

Doch das Glück währte nicht ewig. 1690 zerstörten französische Truppen im Pfälzischen Erbfolgekrieg die Burg. Wiederaufbauversuche scheiterten am Widerstand des Bischofs von Worms. Die einst stolze Festung verfiel – bis heute.
Neuleiningen heute: Ein Juwel an der Deutschen Weinstraße
Doch Neuleiningen hat sich neu erfunden. Die Burgruine, liebevoll gesichert und restauriert, ist heute ein Museum und beherbergt ein Restaurant mit Blick über die Pfalz. Die Ruine selbst kann besichtigt werden – ein Spaziergang durch die Geschichte.
Das Dorf darunter ist ein Bilderbuch der Fachwerkromantik: Eng verwinkelte Gassen, Sandsteintreppen, die sich durch die Häuser schlängeln, und an den Fassaden die Wappen alter Handwerkerzünfte. Neuleiningen, mit seinen 900 Einwohnern, wirkt wie aus der Zeit gefallen – und doch lebendig. Die Häuser sind restauriert, die Atmosphäre ist warm und einladend.

Warum du Neuleiningen besuchen solltest
1. Geschichte zum Anfassen: Die Burgruine und das Museum erzählen von Rittern, Gräfinnen und Bauernkriegen. Ein Ort, der Geschichte lebendig werden lässt.
2. Wein und Genuss: Neuleiningen liegt an der Deutschen Weinstraße. Die umliegenden Weinberge laden zu Verkostungen ein – perfekt nach einem Besuch der Burg.
3. Wanderparadies: Die Haardt, ein Teil des Pfälzerwalds, bietet Wanderwege mit atemberaubenden Aussichten. Von der Burg aus startest du direkt in die Natur.
4. Kultur und Handwerk: Die Fachwerkhäuser und Handwerkerwappen erzählen von einer blühenden Vergangenheit. Heute findest du hier noch immer Kunsthandwerk und lokale Produkte.
5. Ein Stück Pfalz, wie es früher war: Neuleiningen ist kein überlaufener Touristenort. Hier erlebst du die Vorderpfalz noch authentisch – mit Wein, Geschichte und Gastfreundschaft.
Die Vorderpfalz: Wo Wein, Wald und Geschichte sich verbinden
Neuleiningen ist nur ein Highlight der Vorderpfalz, einer Region, die mit ihrer Mischung aus Weinbergen, Wäldern und historischen Orten begeistert. Hier findest du:
- Weinstraßen-Romantik: Von Neuleiningen aus erreichst du schnell Orte wie Deidesheim oder Bad Dürkheim, wo Weinproben und Feste das ganze Jahr über stattfinden.
- Burgen und Schlösser: Die Pfalz ist reich an historischen Bauwerken. Die Hambacher Schloss, die Reichsburg Trifels oder die Burg Berwartstein sind nur einige Beispiele.
- Natur pur: Der Pfälzerwald mit seinen dichten Wäldern und Felsformationen ist ein Paradies für Wanderer und Naturliebhaber.
Fazit: Ein Ort, der dich verzaubert
Neuleiningen ist mehr als eine Burgruine. Es ist ein Ort, der Geschichte, Natur und Genuss verbindet. Ob du durch die engen Gassen schlendern, auf der Burg die Aussicht genießen oder in den Weinbergen den Tag ausklingen lassen möchtest – hier findest du alles, was das Herz begehrt.
Also: Nimm die nächste Ausfahrt. Es lohnt sich.
Links
- Dino Park Kaiserslautern: In den Fängen des Tyrannosaurus
- Skurrile Nonnengräber: Die Aragoneserburg Ischia's im Guide
- An einem Nachmittag: Wanderung auf dem Halberg, Saarbrücken
Reisebericht von Hihawai, bei Hihawai.com veröffentlicht am 2005-02-07T17:46
Letzte Änderung: 23.12.2025 um 10:30 Uhr
Burg Grafen Neuleiningen Bauernkriege Pfalz Ausflug Wanderung
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